Gesund = Bio = Öko?
Heute mache ich mir ein paar Gedanken über BIO.
Egal welche Zeitschrift ich heutzutage aufschlage, welches Fernsehprogramm, oder mit wem ich mich unterhalte, immer und immerwieder fällt das Wort Bio.
Es gibt Biomärkte, Bioläden, Biobauern, Biogemüse, Bionudeln, Biofeste.
Aber was ist eigentlich Bio?
Für mich noch ein ziemlich schwammiger Begriff, zu dem ich noch keine eindeutige Erklärung gefunden habe.
Vor einiger Zeit noch, ich erinnere mich, war jemand der auf Bio stand ein bisschen langweilig. Oder ein bisschen seltsam. Er trug Birkenstocks, hatte zu große, selbstgestrickte Pullover an und schminkte sich nicht.
Ich habe mir nie viele Gedanken darüber gemacht. In meiner Familie ernährte man sich gesund, aber auch nicht zu übertrieben gesund. Es gab zu jedem Essen ein Salat und natürlich wurde einem als Kind immer allerhand Obst in die Butterbrotdose gesteckt.
Als ich jedoch in die Uni kam, und neue Leute kennenlernte änderte sich vor 3 Jahren alles.
Sehr viele von meinen neuen Freunden ernähren sich bewusst. Sie haben Mütter die einen kleinen Bioladen führen, oder Väter die einen eigenen Bauernhof haben. Wir kochten Kürbissuppe mit Gemüse, Vollkornnudeln mit Gemüse und selbstgemachten Kartoffelbrei mit - ihr erratet es - Gemüse.
Zu irgendeinem Moment in meinem Leben hat sich einiges geändert.
Da ich schon seit mittlerweile 11 Jahren Vegetarierin bin und zwar stolze und äußerst zufriedene, kamen mir all diese neuen Rezepte gerade recht!
Vegetarierdasein: Irgendwie habe ich im Gefühl, dass in einigen Jahrzehnten die meisten Leute Vegetarier sein werden. Immer mehr meiner Freunde entdecken plötzlich, dass es viel mehr Kochvarianten ohne Fleisch gibt. Soviel Auswahl !!
Gestern erst habe ich in der Zeitung gelesen, dass man die Mangelerscheinungen, vor denen früher immer gewarnt wurde getrost vergessen kann.
Ganz im Gegenteil! Die Krebsrate sinkt, Bluthochdruck kann vermieden werden, und auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden immer seltener diagnostiziert.
Der kleine Bruder einer Freundin hat zum Beispiel festgestellt dass er sich einfach viel besser fühlt, seitdem er auf Fleisch verzichtet. Er ist nicht mehr so träge und viel wacher. Noch vor einigen Jahren hat er uns ausgelacht.
Ich kenne einige Leute - vor allem Männer - die komischerweise krampfhaft an ihrem Fleischfresserdasein festhalten.
Dabei denke ich, dass ein gesundes Mittelmaß entscheident ist!
Ich versuche niemanden dazu zu bekommen, fleischlos zu leben. Das muss jeder für sich selber entscheiden, genauso wie ich es damals auch getan habe. Aber ich glaube auch, dass der Mensch einfach vollkommen maßlos Fleisch verzehrt, und nichts mehr davon genießt.
Früher gab es Fleisch nur zu besonderen Festtagen, es galt als etwas ganz besonderes und hat damals bestimmt deswegen auch noch 5 mal besser geschmeckt.
Wobei wir wieder bei BIO sind.
Ich finde es gerechtfertigt wenn man ab und zu Fleisch vom Biobauern kauft. Hier hatten die Tiere meist ein gutes Leben bevor sie starben, sie sind gesund und somit auch das Fleisch wertvoller. Das hat natürlich auch seinen Preis, etwas teuerer ist es sicherlich.
Einen weiteren Aspekt bildet natürlich der Naturschutz. Große Mengen an Rindern bedeutet natürlich, wie wir mittlerweile alle wissen, große Mengen an Methangas, die in die Atmosphäre gepustet werden....
Es gibt also wie ihr seht so unglaublich viele Gründe, weniger oder gar kein Fleisch (dazu zähle ich übrigens für mich persönlich auch Fisch) zu essen.
Ich denke einfach es lohnt sich mal darüber nachzudenken und nicht alles so zu nehmen wie unseren nahen Vorfahren es für selbstverständlich bewogen haben.
Etwas albern finde ich allerdings Bionudeln zu kaufen. Da kosten 500 gr schon mal gut und gerne 2,99 Euro, statt 50 cent wie im Supermarkt.
Ein bisschen muss man sich schon an die Gesellschaft anpassen, denn nicht nur die sogenannte Oberschicht hat das Bedürfnis sich gesund zu ernähren...
Was denkt ihr über Bio? Gesundheit? Vegetarismus?